Zielstellung

Das Land M-V hat auf Grundlage der Ergebnisse einer Machbarkeits-/Variantenuntersuchung (2014) die Errichtung eines Inselhafens als Ersatz für den Nothafen Darßer Ort beschlossen. Mit der Errichtung eines kleinen Inselhafens kann der Zielkonflikt zwischen der erforderlichen Aufrechterhaltung der Funktionen eines Nothafens und den naturschutzfachlichen Anforderungen des Nationalparks gelöst werden (vgl. Veranlassung).

Die Ziele des Vorhabens sind:

  • die Seenotrettung und maritime Notfallversorgung im Seegebiet mit kurzen Reaktionszeiten ermöglichen (DGzRS)
  • einen Nothafen ggf. mit eingeschränkter Etappenfunktion zur Verfügung stellen
  • Dauerliegeplätzen für örtliche Fischer einrichten
  • Rückbau des Nothafens „Darßer Ort“ nach Realisierung des Ersatzhafens, um eine natürliche Entwicklung am Darßer Ort zu ermöglichen und somit dem Schutzzweck des Nationalparks, dem Biotopschutz und den europäischen naturschutzrechtlichen Verpflichtungen gerecht zu werden

Der Inselhafen soll so angelegt werden, dass möglichst geringe Auswirkungen auf die natürlichen Sedimenttransportverhältnisse entstehen. Dadurch sollen Folgekosten für Baggerarbeiten oder Maßnahmen zum Ausgleich von Sedimentdefiziten vermieden werden. Technisch soll dies durch Verzicht auf Bauwerke im Bereich von Vorstrand und Strand (Inselhafen) sowie die Einhaltung eines Mindestabstandes von der Uferlinie in Abhängigkeit von der uferparallelen Ausdehnung des Hafens gewährleistet werden.

Der geplante Hafen kann aufgrund der begrenzten Anzahl von Liegeplätzen nicht als vollwertiger Etappenhafen zur Schließung der Lücke im Netz der Sportboothäfen dienen. In Abstimmung mit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger soll der Hafen an mind. 350 Tagen im Jahr als Einsatzstation für den Seenotrettungskreuzer nutzbar sein. Bei Eintritt von seltenen Ereignissen, d.h. hohen Wasserständen und extremem Seegang, wird der Seenotrettungskreuzer an einen anderen Stationierungsort verlegt. Für Sportboote soll innerhalb des Inselhafens während der Wassersportsaison (April bis November) ein ausreichender Wellenschutz gewährleistet werden.

In die Planungen des Landes (Ersatzhafen und landseitige Anbindung) sollen - in Abstimmung mit der Gemeinde Ostseebad Prerow - Maßnahmen integriert werden, die der Verbesserung der örtlichen touristischen Infrastruktur dienen. Voraussetzung ist, dass diese Maßnahmen in direktem Zusammenhang mit dem Inselhafen oder der landseitigen Anbindung stehen und zielführend in den Planungs-/Genehmigungs- und Bauprozess eingebunden werden können. Durch die Integration von Vorhaben der Gemeinde - z.B. eines Liegeplatzes für ein Fahrgastschiff - sollen Synergien im Planungs-/Genehmigungsprozess genutzt werden und Kosten eingespart werden.