Technische Planung

Auf dieser Seite möchten wir Sie über die Ergebnisse der Vorplanung und der Variantenuntersuchung informieren. Der im Folgenden dargestellte Vorentwurf ist ein Zwischenergebnis der Planung. Eine Weiterentwicklung des Vorentwurfs erfolgt in der Entwurfs- und Genehmigungsplanung (vgl. auch Planungsablauf).

Basis für die Vorplanung und die Variantenuntersuchung waren die Ergebnisse der Machbarkeits-/Variantenuntersuchung von 2014 sowie Vorschläge/Hinweise der Gemeinde Ostseebad Prerow zu den ersten Entwürfen. Schwerpunkte der Gemeinde waren:

  • die Errichtung eines Fahrgastschiffanlegers/-liegeplatzes
  • die Schaffung von 10 bis 20 zusätzlichen Liegeplätzen für Segler und für bis zu 3 gewerblich genutzte Boote
  • die Schaffung von größeren Ausweichbuchten auf der Seebrücke (Aufenthalts- und Spielgelegenheiten) und einer Plattform für die DLRG sowie
  • die Ermittlung direkter und indirekter regionalwirtschaftlicher Effekte eines Inselhafens

Die Vorschläge und Hinweise der Gemeinde wurden in die Aufgabenstellung für Vorplanung/Variantenuntersuchung integriert. Wichtige Grundlagen für die Ingenieurplanung wurden durch 3 externe Fachgutachten zum Zustand der Seebrücke, zum erforderlichen Abstand des Inselhafens von der Uferlinie und zur Wirtschaftlichkeit eines Fahrgastschiffbetriebs vor Prerow geschaffen. Zusammenfassend können folgende Aussagen getroffen werden:

  • Der Brückenüberbau (Stahlbetonfertigteile) zeigt mit ausgeprägten Rissbildern und Beschädigungen eine erhebliche Beeinträchtigung der Dauerhaftigkeit und Tragfähigkeit auf. Eine Nutzung des Bestandsbauwerks mit Fahrzeugen wäre nur nach fachgerechter Instandsetzung möglich. Diese Instandsetzung ist technisch aufwendig und ist mit Risiken verbunden. Wirtschaftlicher als eine Instandsetzung ist daher der Ersatz des gesamten Überbaus Eine Verbreiterung auf 4,20 m ermöglicht darüber hinaus die Verkehrssicherheit für den Fall des kombinierten Fußgänger/Fahrzeugverkehrs auf der Seebrücke.
  • Ein saisonaler Fahrgastschiffbetrieb mit ca. 200 Betriebstagen ist für ein Fahrgastschiffsunternehmen nicht wirtschaftlich. Die Errichtung eines Fahrgastschiffliegeplatzes im Hafen wird daher von den Gutachtern kritisch gesehen. Da aber ein Fahrgastschiffbetrieb an bis zu 75 Tagen/Jahr wirtschaftlich erfolgreich sein kann wurden ein Anleger an der Seebrücke und ein multifunktionaler Notliegeplatz im Hafen empfohlen. Darüber hinaus wurde eine möglichst hohe Anzahl an Sportbootliegeplätzen empfohlen, um deutliche regionalwirtschaftliche Effekte und eine Steigerung der touristischen Attraktivität erzielen zu können.
  • Auf Grundlage von analytischen und numerischen Berechnungen wird für den Hafen eine Tropfenform empfohlen, da diese Form geringere Einflüsse auf den Sedimenttransport erwarten lässt. Darüber hinaus wurde mit aufwändigen numerischen Simulationen der erforderliche Abstand zwischen Hafen und Uferlinie für verschiedene Abmessungen eines Inselhafens bestimmt.

Im Rahmen der Variantenuntersuchung wurden 5 Nutzungsvarianten untersucht. Alle enthalten Liegeplätze für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft und Liegeplätze für die örtlichen Fischer. Die Unterschiede zwischen den Varianten ergeben sich aus der Anzahl der Liegeplätze für Sportboote, den Möglichkeiten für Fahrgastschiffanleger/-liegeplatz sowie der Ausstattung des Hafens. Ausgehend von der Basisvariante eines Nothafens (Variante 1) wurden schrittweise alle Nutzungsanforderungen an den Inselhafen und die Vorschläge der Gemeinde Prerow abgebildet. In der folgenden Tabelle ist die Anzahl der Liegeplätze je Variante dargestellt.

Der Bedarf für Lager, sanitäre Anlagen und Büroflächen wurde in den Varianten 1 und 2 mit Containern gedeckt. Für die Varianten 3 bis 5 ist ein Betriebsgebäude und eine bessere Ausstattung des Hafens geplant. Die Zuwegung zum Inselhafen wird jeweils über einen Ersatzneubau der Seebrücke als Stahlkonstruktion bei einer nutzbaren Breite von 4,20 m mit einer Länge zwischen 620 m bis 730 m gewährleistet. In den folgenden Abbildungen sind die Variante 1 bis 5 inkl. der Liegeplätze im Grundriss dargestellt. Darüber hinaus sind Visualisierungen der Varianten 1 und 4 enthalten.